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„Verdammt seien die Deutschen!“

Rudolf Duala Manga Bell wurde 1873 in Kamerun geboren und machte sein Abitur in Ulm. Als Enkel des Douala-Königs Bell, der einen Vertrag mit dem deutschen Kaiserreich unterzeichnete, durfte er die deutsche Regierungsschule besuchen und wohnte fünf Jahre lang in Aalen bei einer Lehrerfamilie.

Das hatte einen einfachen Grund: das Deutsche Reich wollte auch Kolonien besitzen – so wie Frankreich und Großbritannien. Deshalb intensivierten die Deutschen um 1870 ihre Verbindung nach Kamerun. Rudolf Duala Manga Bells Großvater unterzeichnete mit dem Deutschen Reich einen „Schutzvertrag“. Dieser sah eigentlich vor, dass die Doualas weiterhin Handel betreiben und ihr Land behalten konnten, aber das Gebiet eine deutsche Kolonie wurde – doch die Deutschen wollten sich an diesen Deal nicht halten. Ihr Plan war es stattdessen, die Bewohner zu vertreiben und den Handel zu verbieten. Die Bewohner wurden häufig misshandelt, erschossen, zu Sklaven gemacht.

Doch Rudolf Duala Manga Bell war sich sicher: würde die deutsche Regierung davon erfahren, würde sie sofort befehlen damit aufzuhören. Also verfasste er im Jahr 1905 als Thronkandidat, zusammen mit dem amtierenden Douala-König und 26 kamerunischen Würdenträgern, einen offenen Brief an den Reichstag. Doch es half nichts. Im Gegenteil, die Lage wurde noch schlimmer. „Nirgendwo im kolonialen Afrika wurde die städtische Segregation so brutal und so umfassend umgesetzt wie in Kamerun”, schrieb der Afrika-Historiker Andreas Eckert in der “FAZ”. In seiner Not, hat Rudolf Duala Manga Bell, inzwischen König, Hilfe bei anderen Ländern gesucht. Das war dem deutschen König Anlass genug, Bell wegen Hochverrats zum Tode zu verurteilen. Am 8. August 1914 um 17 Uhr wurde Bell gehängt. „Unschuldiges Blut hängt ihr auf. Umsonst tötet ihr mich. Aber verdammt seien die Deutschen”, schrie Bell seinen Henkern kurz vor seinem Tod auf deutsch zu. Vier Jahre später, mit der Niederlage der Deutschen im Ersten Weltkrieg, endete die deutsche Kolonialzeit.

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