Der 27-Jährige ist Geschäftsführer von Blech & Technik in Vöhringen. Gelernter Baumaschinenmechatroniker, Metallbaumeister, internationaler Schweißfachmann. Einer, der morgens nicht im Plenarsaal sitzt, sondern zwischen Fertigung, Mitarbeitern und Kunden.
Und genau deshalb klingt seine Analyse anders als die eines Berufspolitikers.
Für Zenzinger steckt Deutschland nicht in einer kleinen Delle, sondern in einer hausgemachten Dauerkrise. Zu viel Bürokratie. Zu hohe Abwanderung von Fachkräften. Ein Bildungssystem, das Leistung seiner Meinung nach immer seltener belohnt. Dazu hohe Abgaben, marode Infrastruktur und eine Politik, die sich mehr mit Schlagzeilen beschäftigt als mit Lösungen.
„Wir haben Probleme, die wir vor Jahren haben kommen sehen, diese haben wir leider durch unseren wachsenden Wohlstand zu lange ignoriert, jetzt fällt uns genau das auf die Füße.“
Besonders frustriert ihn, dass viele Entscheidungen an der Realität vorbeigingen.
„In der Wirtschaft gilt: Entscheidungen müssen getroffen und dann umgesetzt werden. Diese Geschwindigkeit wünsche ich mir auch in der Politik.“
Dass Deutschland wirtschaftlich wieder stärker wird, hält er grundsätzlich für möglich. Aber nicht mit kosmetischen Korrekturen.
„Wir müssten unser Land eigentlich einmal komplett entrümpeln und viele Prozesse neu aufsetzen.“
Sein härtester Vorwurf richtet sich an die politische Führung.
„Politik braucht wieder mehr Rückgrat: Entscheidungen müssen getroffen werden, und Politiker müssen auch dann dazu stehen, wenn sie nicht sofort den Beifall der Medien bekommen.“
Gemeint ist damit nicht, dass niemand Ideen hätte. Sondern dass sich kaum noch jemand traue, unpopuläre Entscheidungen zu treffen und sie auch dann zu vertreten, wenn Gegenwind kommt.
Ob man ihm zustimmt oder nicht: Zenzinger spricht aus, was viele Unternehmer, Handwerker und Beschäftigte hinter verschlossenen Türen diskutieren.
Und genau deshalb lohnt es sich, über seine Aussagen zu sprechen.





