HIER WURDE
NAPOLEON
GEBOREN.
Hier fing alles an.
Noch war er
kein Kaiser.
Wer heute durch die schmalen Gassen der Altstadt von Ajaccio läuft, steht irgendwann vor einem Gebäude, das erstaunlich unspektakulär wirkt.
Die Maison Bonaparte.
Genau hier kam am 15. August 1769 Napoleon Bonaparte zur Welt.
Kein Palast. Keine gigantische Residenz. Sondern das Stadthaus einer angesehenen korsischen Familie.
Seine ersten
neun Jahre.
Napoleon verbrachte seine frühe Kindheit in diesem Haus. Er wuchs mit zahlreichen Geschwistern auf und gehörte zur Familie Buonaparte, die dem korsischen Kleinadel zugerechnet wurde.
Als Napoleon neun Jahre alt war, verließ er Korsika für seine Ausbildung auf dem französischen Festland.
Dort begann der Weg, der ihn zunächst zum Offizier, dann zum General und schließlich zum mächtigsten Mann Frankreichs machen sollte.
Selbstbewusst.
Ehrgeizig.
Machtbesessen?
Napoleon besaß ein enormes Selbstbewusstsein, einen ausgeprägten Machtanspruch und ein starkes Bedürfnis nach Ruhm und Anerkennung.
Aus heutiger Sicht werden deshalb immer wieder Begriffe wie Narzissmus oder Größenwahn verwendet.
Auch darüber, ob Napoleon möglicherweise Eigenschaften zeigte, die heute mit ADHS in Verbindung gebracht würden, wird gelegentlich spekuliert.
Seriös diagnostizieren lässt sich all das mehr als 200 Jahre später natürlich nicht.
Ein Junge von einer kleinen Mittelmeerinsel wollte nicht einfach Teil der Geschichte sein.
Er wollte sie bestimmen.
Vom Soldaten
zum Kaiser.
Napoleon beginnt seine militärische Karriere in der französischen Armee.
Militärische Erfolge in Italien machen ihn in Frankreich berühmt.
Nach einem Staatsstreich wird Napoleon Erster Konsul Frankreichs.
In Paris krönt er sich zum Kaiser der Franzosen.
Nur wenige Jahre später steht Napoleon mit seiner Armee bei Ulm. Die Kapitulation der österreichischen Truppen wird zu einem seiner größten militärischen Erfolge.
Von Ajaccio
bis nach Ulm.
Für uns in Ulm bekommt die Geschichte noch einmal eine ganz andere Nähe.
Im Oktober 1805 marschierten Napoleons Truppen in der Region auf. Durch geschickte Manöver schlossen sie die österreichische Armee unter General Karl Mack bei Ulm ein.
Am 20. Oktober 1805 kapitulierten zehntausende österreichische Soldaten.
Napoleon hatte eine große gegnerische Armee praktisch ausgeschaltet, ohne dafür eine klassische große Entscheidungsschlacht führen zu müssen.
Die sogenannte Ulmer Kapitulation gilt bis heute als eines der eindrucksvollsten Beispiele seiner militärischen Strategie.
Europa war
irgendwann genug.
Napoleons Reich wurde riesig. Doch mit jedem neuen Krieg wuchs auch die Zahl seiner Gegner.
Besonders der Russlandfeldzug von 1812 wurde zur Katastrophe. Hunderttausende Soldaten gingen verloren.
1814 musste Napoleon abdanken und wurde auf die Insel Elba verbannt.
Doch dabei blieb es nicht.
Er kam
einfach zurück.
Dann kam
Waterloo.
Napoleons zweite Herrschaft dauerte nur rund hundert Tage.
Am 18. Juni 1815 wurde seine Armee bei Waterloo endgültig besiegt.
Dieses Mal schickten ihn die europäischen Mächte deutlich weiter weg.
Napoleon wurde auf die abgelegene Atlantikinsel St. Helena gebracht.
Der Kaiser
stirbt mit 51.
Napoleon verbrachte seine letzten Jahre auf St. Helena unter britischer Bewachung.
Dort starb er am 5. Mai 1821 im Alter von nur 51 Jahren.
Historische und medizinische Untersuchungen sprechen überwiegend dafür, dass er an einer schweren Magenerkrankung und wahrscheinlich an Magenkrebs starb.
Das Haus
steht noch.
Mehr als 250 Jahre nach Napoleons Geburt kann man sein Geburtshaus noch immer besuchen.
Die Maison Bonaparte gehört heute zu den französischen Nationalmuseen. Im Inneren erinnern Räume, Möbel, Familienporträts und historische Gegenstände an die Familie Bonaparte.
Zu sehen ist auch das Zimmer, in dem Napoleon geboren worden sein soll.
Und so steht mitten in Ajaccio bis heute dieses Haus.
Von Korsika.
Nach Ulm.
Nach Waterloo.
Napoleon eroberte Länder, setzte Könige ab, veränderte Europas Grenzen und wurde zu einer der berühmtesten Figuren der Weltgeschichte.
Angefangen hat alles hier.
In einem Stadthaus in Ajaccio.





