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Dieser Ulmer Jungbauer hat mehr als 13.000 Follower in Instagram

Das ein 28-Jähriger Bauer wird, ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Doch während viele Betriebe keinen Nachfolger finden, macht Markus aus Jungingen seinen Job gerne. In Instagram (Link) hat der Jungbauer über 13.000 Follower. Wir haben ihm nicht nur dazu ein paar Fragen gestellt … 

Du hast mehr als 13.000 Abonnenten in Instagram. Wie kam es dazu? 
Eigentlich poste ich ja nur Fotos aus meinem Alltag. Das kommt aber wohl gut an.  Wie vielen Follower habe ich vielleicht auch deshalb, weil ich von Anfang an in Instagram dabei war. Früher hieß es immer “Der Markus und seine Traktorbilder”, aber die Fangemeinde ist wohl schon groß . 

Braucht man eine Ausbildung, um Landwirt zu sein?
Ja. Wer Landwirtschaft im Haupterwerb betreiben will, braucht eine Ausbildung. Das war vor 50 Jahren noch anders, aber heute geht es nicht mehr ohne.
Ich habe nach der Hauptschule eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker gemacht und danach noch die Ausbildung zum Landwirt absolviert. Anschließend habe ich mich noch zum Wirtschafter für Landbau weitergebildet. Das ist auf demselben Bildungsniveau wie ein Meister.

Was ist das besondere an deinem Hof?
Eigentlich ist es ein klassischer konventioneller Ackerbaubetrieb mit einer Fläche von knapp 100 Hektar. Es werden Weizen, Raps, Braugerste und Mais angebaut. Der Mais bekommt ein größerer Milchviehbetrieb in der näheren Umgebung. Das Getreide wird über Landhändler oder Mühlen vermarktet. Bis 2006 (BSE-Krise) hatten wir ca. 250 Bullen. 2007 stiegen wir intensiver im Winterdienst ein.

Wie lange machst du das schon?
Bin schon als kleines Kind immer dabei gewesen und fahre Traktor seit ich die Pedale betätigen kann.



Was ist das schönste an deinem Job?

Das Schönste ist wohl die große Unabhängigkeit, die man im Alltag hat. Keinen Chef, keine Anfahrt zur Arbeitsstelle, kein Urlaubsantrag. Die wichtigsten Gesetze, die ich zu beachten habe, sind die Gesetze der Natur, und die werden nicht von Menschen gemacht.

Was macht dir überhaupt nicht Spaß?
Das Schlimmste: Gesetze, die von Menschen gemacht werden, die glauben, damit die Gesetze der Natur außer Kraft setzen zu können. Ein Beispiel: Ein Bauernhof düngt oft mit organischem Dünger, also mit Gülle oder Gärsubstrat aus Biogasanlagen. Ob, wann und in welcher Menge der wachstumsfördernde Stickstoff von den Bodenlebewesen freigesetzt wird, entscheidet die Witterung, nicht wir Menschen. So etwas in eine „Düngeverordnung“ zwängen zu wollen, ist zwar verständlich, aber auch unglaublich überheblich. Was mich auch ärgert, ist die Tatsache, dass bei landwirtschaftlichen Themen jeder glaubt, ohne Fachwissen ein Urteil fällen zu dürfen.

Was ist die schönste und weniger schönste Tätigkeiten an deinem Job?

Die schönen arbeiten sind, die auf dem Feld. Vor allem wenn gerade die Sonne auf oder untergeht und zu sehen wie eine Pflanze aufwächst.) Auch in jedem Job gibt’s einen „Scheiß- oder eine Drecksarbeit“ Bei mir ist es z.B. vor der Ernte die Getreidesilos von dem alten Dreck zu beseitigen. Oder den Mähdrescher nach der Ernte Staub- und Kornfrei zu bekommen.

Wer hat denn den Hof gegründet?
Der jetzige Hof wurde von meinem Großvater 1970 erbaut. Zuvor war dir alte Hofstelle in der Ortsmitte von Jungingen, im Bereich vom Rathaus, Feuerwehr und der Apotheke. Das war der Hof von meiner Großmutter, mein Großvater ist in Grimmelfingen auf einem Hof aufgewachsen. Diesen Hof gibt es aber nicht mehr. Also ich kann selbst nicht genau sagen in welcher Generation ich bin. Auf der jetzigen Hofstelle bin ich in der 3. Generation.

Was ist aktuell die größte Herausforderung für dich?
Definitiv die politische Situation. Es kommt mir so vor, als würde die Politik die Landwirtschaft nicht mehr wollen. 


Was würdest du ändern, wenn du einen Wunsch frei hättest?

Das sie Landwirtschaft wieder den Respekt und das Ansehen hat wie damals.

Wie viele Stunden hat dein Tag?

Das ist sehr unterschiedlich man arbeitet ja mit dem Wetter zusammen. In der Ernte kann der Tag schon mal bis zu 16 oder sogar 18 Stunden gehen. Das kann auch bei der Saat sein, wenn der Wetterbericht schlechtes Wetter meldet. Weil dann die Befahrbarkeit und die Tragfähigkeit nicht gegeben wenn das Feld zu nass bzw. feucht ist. Im Winter beim Schneeräumen kann der Tag auch länger als 10 Stunden werden. Sonst über das Jahr sag ich mal habe ich einen 8 Stunden Tag. Da ich keine Tiere halte, habe ich auch sehr ruhige Zeiten, wenn auf dem Feld keine Arbeit ansteht. In dieser Zeit werden die Maschinen gecheckt und gewartet.

Wie wichtig ist die eine nachhaltige Landwirtschaft? Was ist daran das größte Problem?
Sehr Wichtig! Das ist auch ein sehr ausführliches Thema. Kurzgefasst: Man arbeitet mit der Natur und diese muss man schätzen. Als Landwirt ernährt man ja die Bevölkerung. Das Problem ist: man versiegelt / verbaut sehr viel Fläche und die Weltbevölkerung wächst und wächst.


Hast du das Gefühl das die Deutschen zu wenig für Lebensmittel zahlen wollen?

Bei Umfragen sagt die Bevölkerung immer das Sie auch gerne mehr zahlen wollen. Aber mir kommt es vor, dass Sie trotzdem immer nur die billigen Lebensmittel kaufen. Eventuell liegt das hier auch nur an den sparsamen Schwaben?

Wie finden Frauen deinen Beruf? Anziehend? Abschreckend?
Gute Frage.  Ich habe bisher sehr selten negative Erfahrungen gemacht. 

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