Rebecca Barum: von Ulm in die Lindenstraße

Eigentlich sollte Rebecca Barum in Freiburg zur Welt kommen. Doch Baby Rebecca machte sich drei Wochen zu früh auf den Weg und entschied sich, in Ulm das Licht der Welt zu erblicken. 11 Jahre später steht sie zum ersten Mal vor der Kamera und gehört seitdem als Iffi Zenker zum “Inventar” der Lindenstraße. Wir haben ihr ein paar Fragen gestellt.

Du bist in Ulm geboren aber Zirkusfamilie ward ihr ja immer auf Achse – ist dein Geburtstort also eher Zufall?
Meine Geburt in Ulm war tatsächlich Zufall, eigentlich war ich für Freiburg im Breisgau geplant doch ich kam drei Wochen zu früh zur Welt, da waren meine Eltern gerade mit dem Circus Barum in Ulm angekommen. Ich finde Ulm ganz wunderbar und bin immer wieder zurück gekehrt, mein Sohn hat 2002 auf dem asphaltierten Weg in der Friedrichsau das Fahrradfahren gelernt. Ich würde gerne mal mehr Zeit in Ulm verbringen, vielleicht durch ein Engagement am Theater.

Was ist für dich Heimat? Ein Ort? Für die meisten Menschen ist Heimat der Ort, an sie groß werden.
Ich fühle mich an vielen Orten zuhause, in Köln, in Berlin, in Süd Niedersachsen wo meine Eltern leben aber auch in England und Israel. Meine Wahlheimat ist im Südbadischen,nahe der Schweiz und Frankreich.

Als 11 Jährige bist du alleine nach Köln gezogen, weil du bei der Lindenstraße angefangen hast. War das für dich normal, so jung auf sich alleine gestellt zu sein?
Ich war keine 12 Jahre alt, als ich für die Lindenstraße nach Köln zog und von einer älteren Dame betreut wurde. Meine Eltern, meine Freunde und die Art zu leben im Zirkus fehlten mir sehr. Ich gewöhnte mich nach ein paar Jahren daran und lebte mit 16 bereits ganz allein. Obwohl ich dann mit 20 bereits meine eigene Familie gründete bin ich trotzdem eine sehr unabhängige Person und das prägt meinen Charakter sehr.

Kann es sein, dass Till Schweiger dein Bruder ist? 😊
Til Schweiger hat tatsächlich meinen Bruder in der Lindenstraße gespielt. Es war damals schon klar dass er „Star Quality“ hat.

Was hat das „Nomadenleben“ aus dir gemacht? Wo hast du Vorteile entwickelt? Was vermisst du?
Man wird nach einer Kindheit wie meiner, nicht mehr „normal“. So gerne ich mich irgendwo zuhause fühle, so sehr bin ich gerne unterwegs und alle paar Tage woanders.

In Zeiten von Netflix und YouTube – wäre sowas wie die Lindenstraße heute noch möglich? Wie siehst du die Zukunft der Unterhaltung?
Die Lindenstraße hat ihr Vorbild in England, die Serie „Coronation Street“ läuft dort schon über 50 Jahre! Und dass eine Serie so beliebt wird, dass man sich am liebsten kein Ende wünscht, zeigt der Erfolg von Serien wie „Game of Thrones“, ich denke also dass das Prinzip, sich in Figuren und deren Geschichten dauerhaft zu verlieren, zeitlos ist. Ich würde gerne wieder in einer Serie spielen und weiss dass meine Fans sich darüber freuen würden.

Was sind deine Pläne für die Zukunft, insbesondere wenn die Lindenstraße ab März 2020 Geschichte ist?
Ich drehe derzeit an einer Fernsehshow für einen Privatsender, die ab Januar 2020 ausgestrahlt wird und es stehen weitere TV Formate im Raum, auf die ich mich sehr freue. Ich werde also weiter in meinem Beruf als Schauspielerin und Moderatorin arbeiten.