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Die IHK Ulm schlägt Alarm. Der Wirtschaft geht die Luft aus.

Die gute Nachricht zuerst: Es geht nicht mehr ganz so schnell bergab.

Die schlechte: Bergauf geht es eben auch nicht.

Der neue Konjunkturbericht der IHK Ulm zeichnet ein Bild, das viele Unternehmer längst aus ihrem Alltag kennen. Aufträge kommen zögerlich, Kosten steigen weiter und echte Aufbruchsstimmung? Fehlanzeige.

Die regionale Wirtschaft startet ohne Schwung ins Jahr 2026.

Besonders bitter: Nicht die fehlenden Kunden sind inzwischen das größte Problem. Zum ersten Mal nennen mehr Unternehmen die steigenden Arbeitskosten als größte Gefahr für ihr Geschäft. Dahinter folgen die schwache Nachfrage, hohe Energiepreise und eine Wirtschaftspolitik, der viele Betriebe kaum noch Vertrauen schenken.

Deutschland wird zum Hochpreisstandort

Die Region Ulm lebt von Industrie, Maschinenbau und Mittelstand. Genau dort wird der Druck immer größer.

China baut viele Maschinen inzwischen selbst und tritt zunehmend als Konkurrent auf. Die USA gelten wegen ihrer schwankenden Handelspolitik nicht mehr als verlässlicher Markt. Gleichzeitig steigen hierzulande Löhne, Sozialabgaben und Energiekosten weiter.

Das Ergebnis: Deutsche Unternehmen müssen mit immer höheren Kosten gegen Wettbewerber antreten, die deutlich günstiger produzieren.

Für viele wird das zur täglichen Rechenaufgabe.

Investieren? Lieber später.

Wer nicht weiß, wie die nächsten Monate aussehen, baut keine neue Halle.

Genau das zeigt der Bericht. Unternehmen investieren zwar noch, große Wachstumsprojekte bleiben aber die Ausnahme. Manche investieren sogar lieber im Ausland. Bei den meisten Betrieben ersetzen diese Investitionen inzwischen geplante Projekte in Deutschland.

Das ist mehr als eine Zahl. Es ist ein Warnsignal.

Denn Investitionen von heute sind Arbeitsplätze von morgen.

Der Arbeitsmarkt hält sich erstaunlich gut

Noch ist der Arbeitsmarkt stabil. Die Arbeitslosenquote in der Region liegt bei lediglich 3,2 Prozent.

Doch unter der Oberfläche verändert sich etwas.

Nur jedes zehnte Unternehmen möchte zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Fast jedes dritte plant dagegen Stellen abzubauen.

Viele Betriebe halten ihre Belegschaft trotzdem bewusst zusammen. Nicht, weil sie gerade wachsen, sondern weil sie wissen, wie schwer Fachkräfte später wieder zu finden sein werden.

Die eigentliche Krise ist Vertrauen

Der vielleicht spannendste Punkt des Berichts steht zwischen den Zeilen.

Es fehlt nicht nur an Nachfrage.

Es fehlt an Vertrauen.

  • Vertrauen, dass Investitionen sich lohnen.
  • Vertrauen, dass politische Rahmenbedingungen planbar bleiben.
  • Vertrauen, dass sich Leistung wieder stärker auszahlt.

Ohne dieses Vertrauen bleiben Unternehmer vorsichtig. Sie investieren weniger, stellen seltener ein und verschieben Entscheidungen.

Was bedeutet das für unsere Region?

Der Mittelstand ist das Rückgrat der Region Ulm. Wenn dort Zurückhaltung zur neuen Normalität wird, spüren das irgendwann alle: Zulieferer, Handwerker, Dienstleister und am Ende auch Arbeitnehmer.

Die gute Nachricht ist: Viele Unternehmen stehen trotz allem erstaunlich stabil da. Die Wirtschaft bricht nicht ein.

Sie tritt auf der Stelle.

Und genau darin liegt das Problem.

Denn Stillstand fühlt sich für eine exportstarke Region irgendwann genauso an wie Rückschritt.

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