Stirbt die klassische Innenstadt gerade aus?
Früher gab’s in der Innenstadt Modegeschäfte, Buchläden und kleine Fachhändler. Heute scheint an jeder zweiten Ecke ein Dönerladen, ein Barber-Shop oder eine Shisha-Bar zu eröffnen.
Ist das nur ein Gefühl? Oder verändert sich Ulm gerade schneller, als wir merken?
Die Zahlen sind jedenfalls auffällig: Für rund 131.000 Einwohner gibt es in Ulm schätzungsweise 30 bis 35 Dönerläden, 10 bis 12 Shisha-Bars und 15 bis 20 Barber-Shops. Erste Vergleiche deuten darauf hin, dass Ulm gemessen an der Einwohnerzahl deutlich mehr Dönerläden haben könnte als viele vergleichbare Städte. Ein offizielles Ranking gibt es zwar nicht.
Die spannende Frage lautet deshalb nicht: Warum gibt es so viele Dönerläden? Sondern: Warum verschwinden immer mehr andere Geschäfte?
Die Antwort ist wahrscheinlich weniger spektakulär als viele denken. Kleidung wird online bestellt, Bücher per Klick gekauft und Elektronik kommt am nächsten Tag nach Hause. Einen Döner, einen Haarschnitt oder einen Abend in der Shisha-Bar liefert dir Amazon dagegen nicht.
Dazu kommen hohe Mieten. Wer in der Innenstadt überleben will, braucht ein Geschäftsmodell, das jeden Tag Kunden anzieht und wirtschaftlich funktioniert.
Vielleicht ist der Döner also gar nicht die Ursache. Vielleicht ist er einfach der Gewinner einer Innenstadt, die sich komplett neu erfindet.
Und jetzt seid ihr dran: Ist das eine normale Entwicklung oder verliert Ulm gerade Stück für Stück seinen alten Charakter?





