Der Immobilienmarkt hat sich tatsächlich bewegt. Nur leider eher in Zeitlupe.
Wer sich 2022 in Ulm mit 350.000 Euro auf Wohnungssuche gemacht hat, bekam im Schnitt 68 Quadratmeter. Vier Jahre später sind es laut einer Auswertung von Immowelt immerhin 72 Quadratmeter. Vier Quadratmeter mehr. Das reicht für eine größere Couch. Oder einen Hund. Aber bitte keinen Bernhardiner.
Der Grund ist simpel: Die Bauzinsen sind nach oben geschossen, viele Käufer haben die Notbremse gezogen und die Preise für Bestandswohnungen sind etwas gesunken. Ergebnis: Für das gleiche Geld bekommt man heute ein kleines bisschen mehr Wohnung. Die Nebenkosten und Zinsen selbst hat Immowelt dabei allerdings gar nicht eingerechnet.
Während Stuttgart plötzlich großzügig wirkt und Käufer dort rund 15 Quadratmeter mehr für ihr Budget bekommen als noch 2022, bleibt Ulm eher der Typ: “Mehr gibt’s schon. Aber übertreib’s nicht.”
Und während Käufer wenigstens ein paar Quadratmeter zurückbekommen, sieht es für Mieter genau anders aus. Dort schrumpft die Wohnfläche fürs gleiche Budget weiter. Der Immobilienmarkt bleibt also konsequent inkonsequent: Kaufen fühlt sich etwas weniger schmerzhaft an, Mieten dafür umso mehr.
Die Moral der Geschichte? 350.000 Euro sind in Ulm immer noch verdammt viel Geld. Nur fühlt es sich inzwischen wenigstens ein kleines bisschen weniger nach Besenkammer an.





