
Wilhelma Stuttgart: Warum Kinder lieber klettern als gucken
Der Plan war einfach: Tiere anschauen, ein Eis essen, zurück zu Hause. Wer Kinder hat, weiß, dass solche Pläne spätestens an der dritten Spielstation zusammenbrechen. Bei der Wilhelma Stuttgart ist das einkalkuliert — und genau das macht den Ort so gut für Familien.

Auf den ersten Blick sieht’s aus wie ein Zoo. Aber neben Neuerungen wie dem asiatischen Schaubauernhof und der Terra Australis gibt es über das gesamte Gelände verteilt zehn Spielstationen der sogenannten Kinderturn-Welt, die speziell darauf ausgelegt sind, dass Kinder spielend lernen und sich bewegen können. An diesen Stationen können Kinder rennen, toben und klettern und gleichzeitig etwas über jeweils eine Tierart erfahren.
Der große Spielplatz ist der Game-Changer

Das ist nicht einfach eine Rutsche neben dem Affengehege. Hier können Kinder sich wie ein Tier selbst bewegen — shimmy wie Affen, rennen wie Nandus oder hopsen wie Kängurus. Jede Station ist ein eigener kleiner Parcours mit Holzgerüsten, Kletterelementen und Info-Tafeln. Und ja: Ein kostenloses Heft mit Stempel-System, das am Ende ein „Kinderturn-Diplom” bringt.
Der Hauptspielplatz mit seinen 1000 Quadratmetern Spielfläche befindet sich vor dem Amazonienhaus und ist von hohen Büschen und Bäumen umgeben — mit einer großen Holzkonstruktion, die Elemente wie Stege, Seile, Brücken, Rampen und eine Baumhütte nutzt, um zum Klettern, Balancieren und Rutschen zu ermuntern. In der wärmeren Jahreszeit wartet außerdem ein großer Wasserspielbereich auf die Kinder.
Das ist nicht „ein Spielplatz im Zoo”. Das ist der Grund, warum Euer Tagesplan neu geschrieben wird.

Für jeden Monat was anderes
Im Frühling blühen die Magnolien im größten Magnolienhain Europas nördlich der Alpen — man badet quasi in einem Meer aus rosa Blüten. Neue Attraktionen wie die Terra Australis mit australischen Tierarten und die vier knuddeligen Koalas sind absolute Anziehungspunkte und erobern die Herzen von Groß und Klein. Im Sommer ist der Wasserspielbereich der Hit, im Herbst und Winter ist es tagsüber angenehm leer.
Die echten Highlights für Kids (jenseits der Tiere)
— Der asiatische Schaubauernhof, wo Kinder Tiere wie Hängebauchschweine direkt besuchen und sogar bürsten können
— Die Elefantenbecken — manche Familien kommen bewusst um 18 Uhr vorbei, wenn die Tiere geduscht werden
— Das Streichelgehege und der Bauernhofteil
— Ein Heckenlabyrinth aus Bambus, in dem Kinder lernen, wie schwer es ist, sich im Dschungel zu orientieren
Praktisch zu wissen
Die Wilhelma liegt zentral in Stuttgart und ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und ganzjährig geöffnet. Guter Move — Parkplatz-Drama erspart. Die Eintrittspreise sind familienfreundlich gestaffelt, und Online-Tickets oder eine Jahreskarte sparen Geld.
Gastronomie: Das Restaurant mit Terrasse und Ausblick über Stuttgart bietet gute Pasta und Sandwiches. Das Restaurant Amazonica hat ein abwechslungsreiches Buffet auch für Vegetarier und Veganer, mit süßem Kleinkindbereich.
Realistisch: Stresst euch nicht damit, alle Tiere sehen zu wollen — eure Kinder werden vor allem die Spielplätze und Klettermöglichkeiten lieben. Das ist keine Schwäche des Orts, das ist das Konzept.
Die ehrliche Bilanz
Ja, der Eintritt kostet. Ja, die Gastropreise sind Stuttgart-typisch. Aber: Wo sonst kriegt ihr einen ganzen Tag Bewegung, Lernen, Tiere, botanische Gärten und echte Architektur (die historischen maurischen Bauten sind beeindruckend) in einem Setup, das für Familien wirklich durchdacht ist?
Die Wilhelma ist nicht cool, weil sie ein Zoo ist. Sie ist cool, weil sie Kindern erlaubt, selbst aktiv zu sein — und Eltern darf zwischendurch eine Bank sitzen.




