Ulm. Es geht los.
Im September sammeln sich Rauchschwalben auf Leitungen und Dächern. Dann verschwinden sie. Nicht, weil ihnen Deutschland nicht mehr gefällt. Sondern weil im Winter ihre Nahrung knapp wird: fliegende Insekten.
Durch Frankreich.
Kein Nonstop-Flug. Die Schwalbe fliegt, jagt, frisst und rastet. Wetter und Wind bestimmen mit, wie schnell es weitergeht.
Spanien.
Hunderte Kilometer liegen hinter ihr. Für die Navigation nutzt sie unter anderem Sonne, Landschaftsmerkmale und das Erdmagnetfeld.
Gibraltar.
Europa endet. Afrika liegt gegenüber. Die Region um die Straße von Gibraltar ist für westlich ziehende Vögel ein möglicher Übergang zwischen den Kontinenten.
Marokko.
Afrika ist erreicht. Aber die Reise ist längst nicht vorbei. Europäische Rauchschwalben überwintern in großen Gebieten südlich der Sahara.
Die Sahara.
Eine gewaltige Barriere. Nahrung und geeignete Rastplätze sind ungleich verteilt. Für einen Vogel von ungefähr 20 Gramm können Gegenwind, schlechtes Wetter und Erschöpfung lebensgefährlich werden.
Westafrika.
Nach Wochen ist eine mögliche Winterregion erreicht. Dieser Punkt ist bewusst nur beispielhaft: Einzelne Schwalben können andere Korridore nutzen und deutlich weiter nach Afrika hineinziehen.