So rettest du Leben!

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Andreas Durner ist Rettungsassistent beim ASB. Wenn es um Leben und Tod geht, weiß er genau, was er tun muss. Doch weißt du das auch? Wir haben Andreas nach seinen Tipps gefragt. 

Was muss ich tun, wenn jemand nicht mehr atmet?

Andreas Durner: Beginne sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung: 30 mal mit beiden Handballen und verschränkten Fingern in der Mitte des Brustkorbes fest und schnell drücken, dann zweimal durch den Mund oder Nase beatmen. So lange wiederholen, bis der Rettungsdienst da ist. Bist du zu zweit, kannst du dich abwechseln, da die Wiederbelebung sehr anstrengend ist. (Tipp der Redaktion:  Am besten machst du eine Herzmassage im Takt des Songs „Highway to hell“. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Herz genau so einen Takt braucht. Alternativ geht auch „Atemlos“ von Helene Fischer. Das ist kein Witz!)

Rechtlich ist es so, dass eigentlich jeder helfen muss. Stimmt das? 

Ja, man muss zwar nichts tun, wozu man sich nicht körperlich oder geistig in der Lage fühlt, aber man muss helfen oder zumindest Hilfe holen. Man kann z.B. andere Menschen ansprechen und um Hilfe bitten. Den Notruf wählen kannst du immer.

Um wen kümmere ich mich bei mehreren Unfallopfern zuerst?

Wer um Hilfe ruft, bekommt noch Luft – gefährlich ist, wenn jemand nicht antwortet. Derjenige kann bewusstlos sein oder einen Schock haben.

Was sind Anzeichen für einen Schock?

Wenn jemand blass, sehr still oder unruhig ist. Kalter Schweiß auf der Stirn. Es kann aber auch passieren, dass derjenige merkwürdig reagiert.

Was mache ich, wenn jemand stark blutet?

Bei einer richtigen starken Blutung musst du schnell einen Druckverband anlegen oder etwas auf die Wunde pressen. 

Einen Bewusstlosen positioniere ich in der stabilen Seitenlage?

Den Bewusstlosen, der noch atmet, legst du auf die Seite, damit er nicht an Erbrochenem erstickt. Der Magen muss höher liegen als der Mund.

Wie oft sollte man seine Kenntnisse in einem Erste-Hilfe-Kurs auffrischen?

Spätestens alle zwei Jahre. Schon nach einem Jahr sinkt die Bereitschaft zu handeln, weil man sich nicht mehr so sicher ist. Übrigens ist Hilfe häufiger zu Hause oder am Arbeitsplatz als bei Autounfällen nötig.