Die Heinzelmännchen des Ulmer Münsters

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Das Ulmer Münster ist das Aushängeschild der Stadt, mehr als sieben Millionen Menschen besuchen es jährlich. Eher im Hintergrund agieren dabei die Menschen, die sich um seine Instandhaltung kümmern: Die Mitarbeiter der Münsterbauhütte.

150 Jahre überdauert ein Stein am Münster, dann muss er erneuert werden. Diesen Job übernehmen die Steinmetze. Sie fräsen, sägen, bohren. Damit das klappt, absolvieren sie eine dreijährige Ausbildung. Jedes Jahr wird in der Ulmer Münsterhütte ein Azubi eingestellt. Bedingungen: Die Zugehörigkeit zur Evangelischen Kirche Deutschland und mindestens den Hauptschulabschluss. Damit ist die Münsterbauhütte einer der wenigen Arbeitgebern in Ulm, die noch nach Religionszugehöhrigkeit einstellen dürfen.

Die Ausbildung zum Steinmetz ist dual gegliedert. Das bedeutet: 12 Wochen im Jahr geht’s nach Freiburg, dort befindet sich die Berufsschule. Insgesamt arbeiten 15 Menschen in der Münsterhütte: Steinmetze, Schreiner und Zimmerleute.


Exemplare wie oben zu sehen wiegen etwa 90 Kilo. Sechs Wochen wird im Schnitt an einem Stein wie diesem gearbeitet –
dabei ist alles Handarbeit: Jede Wölbung, jedes Muster, jede Feinheit. Zwar gibt es Fräsen die diese Arbeit schneller erledigen könnten, doch müsste für jede Fräse ein eigenes Programm geschrieben werden. Das lohnt sich nur dann, wenn Steine in Serie produziert werden. Und das ist in der Steinmetzwerkstatt nicht der Fall, jeder Stein ist ein Unikat.

Wie sieht es in der Münsterbauhütte eigentlich aus? Wir haben hinter die Kulissen gespickt:

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